
Pedro Rodrigues
Pedro Rodrigues, geboren in Portugal und heute wohnhaft im Wallis, lässt sich von der zarten Poesie der Natur und der Magie des Lichts leiten. In seinen Arbeiten verschmelzen florale Formen mit Alltagsgegenständen zu neuen, oft überraschenden Kompositionen. Durch spielerischen Einsatz von Farbfolien und Gläsern fängt er das Zusammenspiel von Licht, Transparenz und Materialität ein und eröffnet so visuelle Welten, in denen Natürliches und Künstliches auf poetische Weise miteinander tanzen.
Man darf gespannt sein, diese leuchtenden, farbigen Elemente mitten im Hochwinter in Simplon Dorf, umgeben vom reinen Weiss der Landschaft, zu entdecken – ein überraschender Kontrast, der die Magie seiner Arbeiten besonders lebendig werden lässt.

Licht, Natur und Wahrnehmung im alpinen Raum
Pedro Rodrigues, geboren in Portugal und heute im Wallis lebend, arbeitet an der Schnittstelle von Naturbeobachtung, Materialexperiment und Wahrnehmungsforschung. Seine künstlerische Praxis kreist um Licht als zentrales Medium – nicht als rein technisches oder dekoratives Element, sondern als bewegliche, formende Kraft, die Räume sichtbar macht und zugleich wieder auflöst. Dabei interessiert ihn weniger die Darstellung von Natur als vielmehr die Bedingungen, unter denen Natur überhaupt wahrgenommen und interpretiert wird.
Im Kontext des KunstTANK Simplon Dorf treten seine Arbeiten in einen besonders intensiven Dialog mit der hochalpinen Umgebung. Die winterliche Landschaft des Simplon, geprägt von Schnee, Stille und reduzierter Farbigkeit, wird zum Resonanzraum für seine farbigen und transluzenten Interventionen. Durch den Einsatz von Glas, Farbfolien und alltäglichen Materialien entstehen fragile visuelle Situationen, in denen sich natürlich wirkende Lichtphänomene mit künstlich erzeugten Farb- und Raumwirkungen überlagern und gegenseitig verstärken.
Rodrigues interessiert sich dabei für die Übergänge zwischen Natur und Konstruktion, zwischen äusserer Erscheinung und innerer Wahrnehmung. Seine Arbeiten greifen keine Landschaft im klassischen Sinn ab, sondern untersuchen, wie sich Sichtbarkeit überhaupt konstituiert: wie Licht reflektiert, gebrochen und gefiltert wird und wie daraus atmosphärische Räume entstehen, die sich ständig verändern. In diesem Sinn lassen sich seine Arbeiten auch als offene Versuchsanordnungen lesen, in denen Material, Raum und Blick miteinander in Beziehung treten.
Gerade im Kontrast zur reduzierten Winterlandschaft des Simplon entfalten die Arbeiten eine besondere Intensität. Das Weiss des Schnees wird nicht zur neutralen Leere, sondern zu einer aktiven Fläche, auf der sich Farbe, Transparenz und Reflexion permanent neu organisieren. Die Umgebung ist dabei nicht Hintergrund, sondern Mitakteurin: Sie beeinflusst, verstärkt und
verschiebt die Wahrnehmung der Arbeiten kontinuierlich.
So entsteht im Kunsttank eine fragile, fast schwebende Situation zwischen Naturraum und künstlerischer Intervention – ein Ort, an dem Licht nicht nur gesehen, sondern als verändernde, räumlich und zeitlich aktive Kraft erfahren wird. Rodrigues’ Arbeiten öffnen damit einen Wahrnehmungsraum, in dem sich natürliche und künstliche Bedingungen nicht gegenüberstehen, sondern
ineinander übergehen.
Kuratorin KunstTANK
Helga Zumstein
