
Jasha Schmidt
Jasha Kenneth Schmidt (*1995) lebt und arbeitet in Guttet-Feschel, einem Walliser Bergdorf auf rund 1'300 Metern über Meer. Seit 2014 zeigt er seine Arbeiten regelmässig in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Sein vielseitiges künstlerisches Schaffen bewegt sich zwischen Malerei, Skulptur, Objekt und Installation.
Inspiriert von Natur, Meditation und Reisen arbeitet Schmidt mit unterschiedlichsten Materialien wie Pigmenten, Milch, Öl oder Kaffeesatz. Daraus entstehen poetische und sensible Werke, die von einer intensiven Auseinandersetzung mit seiner Umgebung und dem menschlichen Dasein geprägt sind.
Gleichzeitig richtet er seinen Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen. Besonders in seinen Skulpturen und Installationen setzt er sich mit sozialen Ungleichgewichten sowie mit der Verantwortung des Menschen gegenüber seiner Umwelt auseinander. So verbindet sein Werk Spiritualität und Poesie mit gesellschaftlicher Reflexion und schafft Raum für Wahrnehmung, Fragen und neue Perspektiven.

Jasha Schmidt – zwischen Zufall, Natur und gesellschaftlicher Verantwortung
Jasha Schmidt (*1995 in Visp, lebt und arbeitet in Guttet-Feschel) bewegt sich zwischen Malerei, Fotografie und Installation. Seine künstlerische Praxis verbindet intuitive Prozesse mit genauer Beobachtung und einer ausgeprägten Sensibilität für gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen.
Für seine aktuelle Arbeit im Kunsttank in Simplon Dorf greift Schmidt das Thema Hitze, Trockenheit und die Folgen des Klimawandels auf. Als junger Künstler erhält er hier die Möglichkeit, das besondere Konzept des Kunsttanks zu nutzen und seine Installation in einem ungewöhnlichen, begrenzten Raum zu entwickeln.
Im Inneren des Tanks schweben Wolken, die bei Tageslicht an harmlose Schäfchenwolken erinnern. Erst in der Nacht verändert sich die Wahrnehmung: Über eine Zeitschaltuhr beginnen die Wolken zu leuchten und nehmen die Erscheinung schwerer Gewitterwolken an. Was zunächst poetisch und beinahe spielerisch wirkt, erhält dadurch eine gesellschaftskritische Dimension. Die Gewitterwolken versprechen Regen, doch der Regen bleibt aus. Ausgangspunkt für Schmidt war ein von extremer Hitze und Trockenheit geprägter Sommer.
Die zunehmende Austrocknung von Gewässern und die Folgen der Hitze für Mensch, Tier und Landschaft werden zum Hintergrund seiner Arbeit.
Auch in seiner Malerei spielt das Wechselspiel von Zufall und bewusster Intervention eine zentrale Rolle. Pigmente werden ins Wasser gegeben, verblasen und in ihrer Bewegung teilweise gelenkt. Aus diesem schöpferischen Prozess entstehen zunächst fotografische Aufnahmen, die Schmidt am Computer weiterbearbeitet und anschliessend auf unterschiedliche Medien überträgt.
Seine Bilder sind spielerische Aufbauarbeiten, während die Installationen mehr Zeit und Energie verlangen, um eine gesellschaftlich relevante Idee räumlich erfahrbar zu machen.
Ob sich Schmidt auf seinem weiteren Weg stärker der Installation oder der Malerei zuwendet, lässt er selbst offen. Gerade diese Unentschiedenheit ist Teil seiner künstlerischen Suche und macht seine weitere Entwicklung spannend.
Kuration: Helga Zumstein
August 2026